Ich kam mit Mut, mit eigener Kraft,
mit Träumen, die ich selbst geschafft.
Mit Zuversicht, fast kindlich frei,
fand mich bald im stummen Leid.
Vertrauen, sagt man, sei ein Band –
doch wer hält es fest, wenn’s entflammt?
Ein Spiel aus Macht, so fein verwoben,
hat so manche Seele hier verdorben.
Man sprach von Werten, klar und rein,
vom „Wir-Gefühl“ im hellen Schein.
Ein Haus des Kults, bunt und frisch,
regiert vom dornigen Roserich.
Er blüht in Worten, duftet fein,
sticht gerne zu, in den Leib hinein.
Ein Lächeln hier, ein Händedruck dort,
und in der Tiefe, da lauert nur Unfug.
Spricht von Haltung, groß und weich,
liebt aber das Spiel im Schattenreich.
Ein Nicken hier, ein Tadel dort,
nur die Wahrheit bleibt meist fort.
Ein Ort, so reich an Gesang,
wird zur Last, ohne weiteren Klang.
Wenn jede Intrige zweimal spricht,
und niemand sieht dein Angesicht.
Vertrauen? Steht im Leitbild groß,
doch wirkt hier nichts ehrlich groß.
Denn wer sich zeigt, wer offen spricht,
der sieht bald: Roserich vergibt nicht!
Das Blatt so rot, der Dorn so spitz,
die Nähe täuscht, der Stachel sitzt.
Die Stimmen klingen und verhallen,
in Fluren, als wenn Schleier fallen.
Ein Machtkreis, so sorgsam still,
verharrt, erhält, was keiner will.
So ging die Lust zu wirken fort,
verbrannt an diesem schönen Ort.
Ein Händedruck, der nichts mehr zählt,
ein Wort, das zwischen Mauern fällt.
Lüge, Verrat und der Rest –
nicht nur offen, sondern fest.
Es macht dich klein in diesem Haus,
so flüchtig, wie ein Direktorenschmaus.
Vertrauen lebt nicht nur im Wort,
es braucht auch Halt, Gesicht, den Ort.
Was einst wie Nähe schien, zerbrach,
verlor sich langsam, Tag für Tag.
Denn Mürbe macht, was täglich nagt,
wo keiner offen weiterfragt.
Ich sprach, die Stimme fiel,
nicht auf Gehör, nicht auf ein Ziel.
Man sah mich an, doch sah nicht hin,
der dornige Fürst bestimmt den Sinn.
Kein Platz für Fragen, die bestehen,
nur, wer sich fügt, darf weitergehen.
Wer still sich fügt, der bleibt bestehen,
und wer sich zeigt, der wird übersehen.
So wünsch ich mir einen Raum, ein Blick,
ein echtes Wort, einen Menschen zurück.
Keine Rose, kein Spruch in Stein,
kein Lächeln, das nur Schein will sein.
Und dennoch sitz ich nicht allein,
die Worte durften endlich sein.
Was kommt, ist offen, nichts ist klar,
nur dies – ich bleibe, wie ich war.
Was ich mir noch wünsch?
Nur einen Ort, wo ehrliche Sicht,
wo kein Theater spielt, den Roserich!
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